100 PERIPHERIEN - Die Welt von den Rändern her denken
Neoliberale
Revolution, Globalisierung und der Zusammenbruch des real existierenden
Sozialismus in Mittel- und Osteuropa haben die Welt nicht weniger
verändert als der zumindest teilweise erfolgreiche Kampf um
Dekolonisierung und gegen Apartheit. Damit sind jedoch längst
nicht alle Fragen verschwunden. Vielmehr steht Entwicklungspolitik vor
neuen Herausforderungen. Das wirft auch neue Fragen für die
theoretische Reflektion internationaler Zusammenhänge auf.
- Nachdem
etwas voreilig im Rausch des Siegs über den real existierenden
Sozialismus das Ende der Geschichte und das Scheitern der "großen
Theorie" proklamiert worden ist, stellt sich die Frage, was bleibt.
Geht es ohne große Theorie?
- Im
Zeichen der bereits von US-Präsident George Bush sen.
proklamierten neuen Weltordnung gerät Entwicklungspolitik
zunehmend in den Sog der Sicherheitspolitik. Hier bedarf die Frage nach
dem Verhältnis von Politik, Wissenschaft und praktischer
Entwicklungszusammenarbeit dringend einer tiefergehenden Klärung.
- Nach
dem zumindest teilweise erfolgreichen Kampf um Dekolonisierung und
gegen Apartheit haben sich vielerorts die ehemaligen
Befreiungsbewegungen zu Zwingherren derer entwickelt, deren Befreiung
zu erkämpfen sie vorgaben. Zugleich scheint im Zeichen der
neoliberalen Globalisierung eine neue Form der Kolonisierung zu
entstehen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach neuen
Formen internationaler Solidarität.
Wir,
die Redaktion der PERIPHERIE, wollen das Erscheinen der 100. Ausgabe
zum Anlass nehmen, uns diesen Fragenkomplexen zu stellen. Ohne den
Anspruch, sie definitiv zu beantworten, wollen wir danach fragen, was
eine große Theorie zu leisten vermag und wo ihre Grenzen liegen,
nach Möglichkeiten suchen, wie Wissenschaft und
entwicklungspolitische Zusammenarbeit besser verzahnt werden
können, und schließlich Perspektiven einen neuen
internationalen Solidarität entwickeln. Die Diskussionen sollen
dabei durchaus kontrovers sein, denn Rede und Gegenrede bilden allemal
den besseren Weg zur Erkenntnis als das Dekretieren
allgemeingültiger Wahrheiten.
Die PERIPHERIE-Redaktion lädt daher ein für den
11./12. Februar 2006
in die Werkstatt der Kulturen
Wissmannstr. 32
12049 Berlin
Programm
11. Februar 2006
11:00: Die Herausforderungen internationaler Solidarität angesichts der Erfahrungen von Entwicklungen in der "Dritten Welt"
Keynote Address von Soussan Sarkhosh (Teheran)
11:30 bis 13:00: Podium I Zwischen Elfenbeinturm und Bewegungsagenda - Geht es ohne große Theorie?
ReferentInnen: Christoph Görg, Gerhard Hauck, Ulrich Menzel
Discussant: Martha Zapata Galindo
Chair: Wolfgang Hein
13:00 bis 15:00: Pause
15:00 bis 16:30: Podium II Praxen der Entwicklungszusammenarbeit und deren Reflektion
ReferentInnen: Theo Rauch, Rüdiger Korff, Eva Maria Bruchhaus
Discussant: Claudia v. Braunmühl
Chair: Heide Mertens
17:00 bis 18:30: Podium III Internationale Solidarität in Zeiten der Globalisierung
ReferentInnen: Christa Wichterich, Michael Ramminger, Thomas Gebauer
Discussant: Helen Schwenken
Chair: Ulrike Schultz
20:00: Kulturelles Beiprogramm
- Kabarett mit Julia Dernbach & Mathias Greffrath
- Livemusik
12. Februar 2006
9:00: Offene Diskussion: Ansätze für eine kritische Solidarität
Themen u.a.:
- Erfolgsgeschichten?
- Erinnerung, Trauma, Konfliktbewältigung
- Netzwerke und transnationale Solidarität
Kostenbeitrag (inklusive Mittagsimbiss und Abendbuffett): 25,00
€ (SchülerInnen, StudentInnen, Erwerbslose: 10,00 €).
Bitte bei Anmeldung auf unser Konto überweisen: WVEE, Kto. Nr.:
300970500 bei Volksbank Münster eG, BLZ 40160050
Weitere Infos, Anfahrtbeschreibung und Anmeldungen (bis 16. Januar
2006) bei:
info@zeitschrift-peripherie.de